Der schwelende Streit zwischen SWR und den Verlegern rund um die SWR-App Newszone geht in die nächste Runde: Wie der Sender nun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Aussicht gestellt hat, wird das Angebot schon sehr bald zurückkehren. "Der Re-Start ist zeitnah geplant und wird gerade vorbereitet", erklärte der SWR in einer Stellungnahme gegenüber der dpa. Einen genauen Termin für die Rückkehr der App nannte die Anstalt vorerst nicht.
Das Tauziehen um Newszone dürfte damit in die nächste Runde gehen. Der Streit zwischen Verlagen und SWR nahm seinen Anfang vor wenigen Jahren: Im Herbst 2022 hatte der SWR die App nach einer Entscheidung des Landgericht Stuttgarts vorerst gestoppt. Das Gericht untersagte die Verbreitung der App in der damaligen Version. Das OLG Stuttgart hob das Verbot im Sommer des vergangenen Jahres wieder auf - allerdings nur aus formalen Gründen. Das alles fand aber bislang nur auf vorläufiger Basis statt, ein Hauptsacheverfahren hat es bis dato nicht gegeben.
Geklagt hatten damals die Verlage, die in dem Angebot ein presseähnliches Produkt erkannt haben wollten. Im September 2023, nach einem gescheiterten Schlichtungsverfahren, sandte der SWR schließlich ein vergiftetes Friedensangebot an die Verlage - und schlug diesen eine Kooperation vor. Diese zeigten sich davon allerdings nur noch mehr irritiert. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) suchte sich in Zusammenhang mit den verschiedenen Auseinandersetzungen mit den Öffentlich-Rechtlichen zuletzt Hilfe in Brüssel - und im konkreten Fall rund um Newszone hatten die Verlage aus dem Südwesten eine Hauptsacheklage beim Landgericht Stuttgart angekündigt.
Bis es zu einer endgültigen Entscheidung kommt, dürfte noch viel Zeit vergehen. Klar ist aber auch, dass es vor Gericht immer nur um die Version der App aus dem Jahr 2022 geht. Eine wie auch immer geartete, neue Version wäre von einem möglichen Verbot nicht betroffen. Der SWR scheint jedenfalls gewillt, die App nun bald tatsächlich wieder online zu bringen - und das wird wohl die Eskalation mit den Verlagen befeuern. Ein Mitglied des SWR-Rundfunkrats bekräftigte den Sender in der jüngsten Sitzung des Gremiums am vergangenen Freitag jedenfalls darin, das Angebot bald wieder online zu nehmen.