Zum zweiten Mal in einem Jahr wurden in der Nacht zu Montag im Barker Hangar am Rande des Flugplatzes von Santa Monica, dem Küstenort westlich von Los Angeles, die Critics’ Choice Awards verliehen. Erneut moderiert von Schauspieler und Comedian T.J. Miller und erneut übertragen und ausgedrichtet vom US-Kabelsender A&E, dessen deutscher Schwestersender die Verleihung ebenfalls übertrug. Zuletzt wurden im Januar 2016 die besten Film- und Fernsehleistungen 2015 ausgezeichnet. Doch die US-Kritiker wollen künftig früher ran - und mit einer Verleihung im Dezember die Award Season in Los Angeles eröffnen.

Die gut dreistündige Preisverleihung war in den TV-Kategorien diesmal ein großes Favoriten-Sterben. "The Night Manager" (4 Nominierungen), "House of Cards" (4 Nominierungen), "Roots" (4 Nominierungen), "All the way" (4 Nominierungen) und "Veep" (4 Nominierungen) gingen völlig leer aus. Die Netflix-Comedy "Unbreakable Kimmy Schmidt" (Jane Krakowski für ihre Nebenrolle) und das HBO-Epos "Game of Thrones" (immerhin: Beste Serie) haben bei jeweils fünf Nominierungen je einen Critics' Choice Award nach Hause gebracht.

Auf das Konto von HBO gingen trotz 22 Nominierungen nur vier Preise, aber: Neben der Auszeichnung von "Game of Thrones" als beste Serie gewann "Silicon Valley" den Critics' Choice Award in der Kategorie Beste Comedyserie und mit Thandie Newton (Beste Nebendarstellerin) sowie Evan Rachel Wood (Beste Hauptdarstellerin) gingen immerhin zwei Preise an die neue HBO-Hitserie "Westworld". Ebenfalls recht neu und schon geehrt: Die Netflix-Serie „The Crown“ durch einen Critics’ Choice Award für John Lithgow und seine Nebenrolle des Winston Churchill.

Abräumer der Nacht war - wie schon bei den Primetime Emmys im September - auch diesmal die FX-Miniserie "The People vs. O. J. Simpson". Mit sechs Nominierungen ging die Produktion ins Rennen. Vier Preise wurden es. Bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie wurde Bob Odenkirk für seine Rollei in „Better Call Saul“ (AMC), bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie ist Donald Glover (für „Atlanta“, FX). Kate McKinnon und Alec Baldwin wurden beide für ihre politischen Portraits in „Saturday Night Live“ geehrt.

In den weiteren Format-Kategorien gewannen „BoJack Horseman“ als beste Animationsserie, „The Voice“ als beste Reality-Competition, „Shark Tank“ als beste Structured Reality Series und „The Late Late Show with James Corden“ als beste Talkshow. Gleich zwei Auszeichnungen gehen an Anthony Bourdain, der von den US-Kritikern als bester Reality-Host sowie für sein CNN-Format „Parts Unknown“ ausgezeichnet wurde. In der Kategorie Bingeworthy Show stimmten die Zuschauer ab - und wählten "Outlander" (Starz). Eine vollständige Liste der TV-Gewinner dieser Nacht finden Sie auf der zweiten Seite des Artikels.

Großer Favorit und Abräumer mit gleich acht Auszeichnungen in den Film-Kategorien, darunter Bester Film, war „La La Land“, das diese Woche auch in Deutschland startet. Ryan Reynolds wurde als Entertainer des Jahres geehrt - und freute sich auch über Preise für seine Rolle in „Deadpool“ sowie „Deadpool“ selbst. Und Viola Davis erhielt nicht nur den ersten SeeHer-Award für Sichtbarkeit von Frauenfiguren in der Unterhaltung, sie gewann auch für ihre Rolle im Film „Fences“. Mehr zu den Gewinnerinnen und Gewinnern der zahlreichen Film-Kategorien finden Sie auf der Website der Critics’ Choice Awards.

Eine Zusammenfassung der Preisverleihung, die durch den früheren Termin fortan den im Januar verliehenen Golden Globes als erstes Stimmungs-Barometer für die Oscars sowie als erste TV-Auszeichnung für die laufende TV-Saison zuvor kommt, zeigt der Pay-TV-Sender A&E in Deutschland noch einmal an Silvester um 20.15 Uhr.