Von der polnischen Serie "Murderesses" hätten hierzulande vermutlich nur wenige Notiz genommen, wenn die Viaplay-Produktion nicht nur zwei Tage nach der Deutschlandpremiere plötzlich wieder aus dem Angebot von Magenta TV verschwunden wäre. Der Grund: Die Synchronisation war schlecht, sehr schlecht. Und schnell war klar: Hier hatte man die deutsche Synchronfassung nicht in traditioneller Form erstellen lassen, sondern mithilfe von KI-Technik.

Das ging offenbar einigermaßen schief. Doch angesichts der rasanten Entwicklung in Sachen KI scheint es nur eine Frage der Zeit, bis auch andere der Verlockung, den aufwendigen Synchronisierungsprozess durch eine technische Lösung zu ersetzen, nachgeben und bessere Ergebnisse erzielen werden. Dagegen formiert sich nun zunehmend Widerstand unter jenen, die bislang fremdsprachigen Schauspielerinnen und Schauspielern oder auch animierten Figuren ihre deutsche Stimme leihen.

In einem von Synchronsprecher Sven Plate auf TikTok veröffentlichten und in den letzten Tagen schon Hunderttausendfach geliketen Video wenden sich mehrere Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher gegen KI-basierte Synchronfassungen. Darin heißt es unter anderem: "Der KI fehlt es an Empathie und emotionaler Tiefe. Sie kann Leute nicht mitreißen und keine emotionale Bindung aufbauen".

Nun verbreitet auch der Verband Deutscher Sprecher:innen e.V. (VDS) ein Video, um sowohl das Publikum als auch die Politik für das Thema zu sensibilisieren. "Es soll ein Bewusstsein für die Gefahr geschaffen werden, dass menschliche Stimmen durch KI-generierte Stimmen, denen es an Empathie, emotionaler Tiefe und kulturellem Kontext fehlt, ersetzt werden sollen", heißt es in einer Mitteilung des VDS.

In dem Video sind mehrere Sprecherinnen und Sprecher bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler zu sehen und hören, die vor einer KI-Zukunft warnen: "Dann müsst ihr euch Filme ansehen mit künstlichen Stimmen von Robotern. Diese Roboter wurden mit unseren Stimmen trainiert, ohne unsere Zustimmung, auf illegale Weise."

Und weiter: "Wir fordern die zuständigen Institutionen auf, uns zu schützen, jegliche Kunstform zu schützen.
Wir fordern euch, die Zuschauerinnen und Zuschauer auf, uns zu unterstützen." Der Verband fordert in seiner begleitenden Mitteilung "konkrete Maßnahmen, um einen Beruf zu schützen, der fremdsprachige Figuren und Geschichten zum Leben erweckt und die Werke für alle barrierefrei erlebbar macht." Der abschließende Appell: "Lasst euch nicht nehmen, was ihr liebt: Fesselnde Filme mit Stimmen von echten Menschen mit echten Gefühlen."