Wer in der Nacht zum Freitag das SWR Fernsehen eingeschaltet hatte, bekam ab etwa 1 Uhr nachts plötzlich nur noch ein Schwarzbild zu sehen, ähnlich erging es Zuschauerinnen und Zuschauern von BR, HR, SR sowie dem beim BR angesiedelten Kanal ARD-alpha. Teils gab es dort auch ein Standbild mit schrillem Ton zu sehen und hören, ehe nach rund zehn Minuten auf allen genannten Sendern das Programm von Tagesschau24 zu sehen war.

Auf DWDL-Nachfrage teilt der SWR mit, dass es einen größeren Ausfall beim Provider des ARD-Netzwerkes sowie des SWR-Regionalnetzwerkes gegeben habe. Infolgedessen hätten die Signale der genannten Sender weder gesendet noch gestreamt werden können. Ursache sei "eine Verkettung unglücklicher Umstände während Wartungsarbeiten an den Netzwerken" gewesen, so der SWR.

Dass von dem Ausfall gleich mehrere Sender betroffen waren, liegt daran, dass die ARD ihre Sendeabwicklung inzwischen an zwei Standorten gebündelt hat.  Die Sendeabwicklung Süd ist beim SWR in Baden-Baden angesiedelt und kümmert sich um SWR, HR, BR, SR. Im November vergangenen Jahres kündigte man an, dass auch der WDR seine Sendeabwicklung an den SWR abgibt - bislang ist das aber noch nicht geschehen. Das Projekt befinde sich seit Jahresbeginn in der Umsetzung, heißt es dazu. Daher lief WDR-Programm in der Nacht auch weiterhin problemfrei.

Womöglich noch mehr Menschen als im Fernsehen dürften den Ausfall aber im Radio mitbekommen haben, denn auch die Verbreitung der SWR-Hörfunkprogramme war betroffen. Auch hier macht sich die zunehmende Bündelung von ARD-Angeboten bemerkbar: Die ARD-Popnacht, die von mehreren Sendern übernommen wird, wird von SWR3 produziert - dementsprechend herrschte nicht nur bei SWR3, sondern auch auf diversen anderen Popwellen der ARD nachts zeitweise Funkstille. Gegen 3 Uhr waren die Probleme behoben.