Dass Mitarbeiter von Satire-Sendungen auf Veranstaltungen von Parteien zugegen sind und dort Beiträge produzieren, ist eigentlich Usus, selbiges plante auch ein Team des NDR-Satiremagazins "Extra 3" rund um Reporter Maximilian Schafroth am Wahl-Sonntag im Konrad-Adenauer-Haus der CDU. Der Union war das allerdings offenbar nicht recht. Wie Schafroth unter anderem gegenüber dem "Spiegel" berichtete, sei er vom Sicherheitsdienst der Partei nach draußen gedrängt worden, nachem er dem CSU-Vorsitzenden Söder einige Worte zugerufen und ihm ein fiktives Buch "Regieren für Anfänger" hingehalten habe.
"Ich wurde rausgeschoben, als hätte ich dem Fritzi Merz ein Bein gestellt", wird er vom "Spiegel" zitiert. Gründe habe man ihm dafür nicht genannt. Die CDU-Pressestelle habe später von einem Missverständnis gesprochen, das Team habe daraufhin das Konrad-Adenauer-Haus wieder betreten dürfen. Erneut habe jedoch Security-Mann gdroht, dass man das Team bei geringsten Auffälligkeiten erneut hinauswerfen würde - woraufhin man freiwillig gegangen sei.
Gegenüber dem "Spiegel" hieß es seitens der CDU im Nachhinein, man habe Schafroth "aus Sicherheitsgründen" nach draußen eskortiert. Der DJV springt Schafroth nun zur Seite und kritisiert das Vorgehen der Union und kündigt weitere Schritte an. Der Bundesvorsitzende Mika Beuster: "Das ist kein souveräner Umgang mit den Medien. Wir werden unser Mitglied rechtlich vertreten und kommunizieren auch ganz klar in Richtung CDU/CSU: Ein solches Vorgehen darf sich nicht wiederholen." Es sei wichtig, dass Journalistinnen und Journalisten ungehindert ihrer Arbeit nachgehen könnten. Das gelte auch dann, wenn kritische bis unangenehme Fragen von Satire-Magazinen gestellt werden.