Die Fragestellung und damit verbundene Sorge ist nicht neu. Der CEO von FX Networks in den USA, John Landgraf, hatte im Sommer 2015 mit der Aussage, dass es einfach zu viel gutes Fernsehen gebe, für Aufsehen und Diskussionen gesorgt. Er begründete die Analyse mit dem Blick auf die stetig steigende Zahl von TV-Produktionen, da neben den etablierten Sendern und Plattformen auch immer neuen Anbieter mit eigenem Content punkten wollen. Seine Prognose bewahrheitete sich. Die Anzahl an TV-Produktionen steigt und steigt. Selbst Satellitenplattformen und Kabelnetzbetreiber investieren inzwischen in eigene Programme, auch Facebook und Apple sind inzwischen eingestiegen.



Immer mehr Programm, das geguckt werden will. Schwieriger noch: Es muss in der Vielfalt der Angebote ja auch erst einmal gefunden werden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob wir nicht schon längst in einer Content-Blase leben, die irgendwann platzen wird, wenn die Lust und Laune auf Prestige-Projekte vergangen ist. Derzeit ist der Schritt in die Eigenproduktion von Serien für einige Marktteilnehmer auch als Marketing fürs Kernprodukt zu verstehen und die Offensive mancher linearen Sender als Abwehrmaßnahme. Ob sich all das bei immer diversifizierter Aufmerksamkeit der angepeilten Zielgruppen letztlich rechnet, bleibt abzuwarten.

Beim German MIP Cocktail im Rahmen der Fernsehmesse MIPTV haben wir mal deutsche Produzenten und Sendervertreter gefragt: Kann es eigentlich auch zu viel gutes Fernsehen geben? Das Ergebnis unserer Umfrage im Video:

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