Die Seekrankheit ist äußerst unangenehm, weil man ihr so gut wie nicht entkommen kann. Egal ob auf einem großen Kreuzfahrtschiff oder einem kleinen Segelboot: Die ständigen Schaukelbewegungen überlisten das Gleichgewichtsorgan, was Personen, die leicht seekrank werden, schnell spüren. So ist es auch beim neuen Prime-Video-Format "Mission Unknown: Atlantik", wo sich Bad-Boy-TikToker Willi Whey noch vor dem Beginn der Mission Atlantik-Überquerung so sehr übergeben muss, dass auch seinem Teamkameraden TC (ehemaliges Mitglied bei Y-Titty) schlecht wird. Und während sich die zwei Männer lautstark in den Atlantik übergeben, filmt Fitness-Influencerin Sophia Thiel alles mit und kann sich vor Lachen kaum halten.

Und damit: Willkommen bei der neuen Abenteuer-Show von Jens "Knossi" Knossala. In "Mission Unknown: Atlantik" geht es für ihn und die anderen Content Creatorn in zwei Teams darum, möglichst schnell den Atlantik auf einem kleinen Segelschiff zu überqueren. Mit dabei sind neben den Genannten unter anderem auch noch Marc Eggers, der zuletzt wegen seiner Vielleicht-Oder-Auch-Nicht-Beziehung zu Bill Kaulitz Schlagzeilen machte und - na klar - Joey Kelly. 

"Mission Unknown: Atlantik" ist angelehnt an Formate wie "7 vs. Wild", "The Race" oder auch "Manhunt". Verschiedene Content Creatorn stehen im Mittelpunkt und filmen sich zum Teil auch selbst. Hier werden sie allerdings nicht in der Wildnis ausgesetzt oder gejagt. Stattdessen müssen sie, eingeteilt in Team Blau und Team Orange, den Atlantik überqueren. Unterstützung bekommen sie durch erfahrene Skipper, ohne die ein solches Projekt ein Himmelfahrtskommando wäre.

Von vergleichbaren Formaten unterscheidet "Mission Unknown: Atlantik" vor allem die Tatsache, dass die Fahrt auf dem offenen Atlantik, allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz, tatsächlich ein gefährliches Unterfangen ist. Insofern ist es eindringlich wie authentisch zugleich, dass die Skipper die Influencer vor dem Beginn der Fahrt einnorden: Bei solchen Aktionen sind schon Menschen ums Leben gekommen. Und weil es auf dem Segelschiff nur wenig Platz gibt, herrscht ein strenges Regiment. So mussten die Teilnehmer zuvor nicht nur lernen, wie man Knoten löst, sie dürfen auch maximal nur 11 Kilogramm Gepäck mitnehmen. Und los geht die fast 4.000 Kilometer Reise, auf der die Content Creatorn niemals alle gleichzeitig schlafen können, weil es gar nicht so viele Schlafmöglichkeiten auf den Schiffen gibt. 

Finanzierung auch durch Marken-Integration

Inhaltlich machen Knossi und seine Begleiter dann auch vieles richtig. Weil sie das Genre nicht neu erfinden, war aber auch nichts anderes zu erwarten. Sie alle filmen sich teilweise selbst, es sind aber auch VJs mit an Bord. Dadurch, und durch die Größe des Schiffes bedingte Enge, entsteht schnell viel Authentizität mit den Reisenden. Und dass sich die ersten schon vor dem eigentlichen Startschuss an Bord übergeben müssen, verstärkt diesen Eindruck noch. 

"Handwerklich sind die Creator hervorragend darin ausgebildet, sich selbst zu filmen und lassen somit den Zuschauer näher ran."
Arno Schneppenheim, Geschäftsführer Banijay Productions


Produziert wird das Format von Banijay Productions in Zusammenarbeit mit DLS Consulting. Produktion und Auswertung sind dabei fast noch spannender als die eigentliche Show. Denn "Mission Unknown: Atlantik" ist als Branded-Entertainment-Format angelegt. Mit Holy, Samsung und yfood sind drei Marken über alle Folgen hinweg prominent eingebunden. Die ersten beiden Marken agieren als Team-Sponsoren, yfood hat die Teams mit Trinkmahlzeiten ausgestattet. Von Samsung gab es zudem Uhren für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Christian Nienaber © Banijay/Nick Harwart Christian Nienaber
"Branded Entertainment wird für die Banijay Gruppe allgemein als auch Banijay Media im speziellen immer wichtiger", sagt Christian Nienaber, Geschäftsführer Banijay Media, im Gespräch mit DWDL.de. Dass Werbetreibende nach immer neuen Möglichkeiten suchen, um sich in Szene zu setzen, ist nicht neu. In diesem Fall erfolge die Integration "sehr natürlich und spielerisch, gleichzeitig aufmerksamkeitsstark und durch eine strategisch geplante Distribution über alle Medienkanäle hinweg", sagt Nienaber. Und dabei gibt es durchaus Unterschiede. Während Holy auf den Shirts der Teams durchaus prominent mit dem Logo zu sehen ist, geht der kleine Samsung-Schriftzug dagegen unter. Dafür gibt’s vom südkoreanischen Konzern aber eben auch die Uhren - und auch die XXL-Segel der beiden Teams sind entsprechend gebrandet, hier sind die Botschaften mehr als sichtbar. 

Mission Unknown: Atlantik © Prime Video Dieses Branding ist kaum zu übersehen.

Angekündigt hatten Knossi und Banijay das Format übrigens schon im September 2024 - damals noch ohne Prime Video als Partner. Ursprünglich sollten die Folgen via YouTube gezeigt werden. "Unser ‘Streamer’ waren Knossi und sein YouTube-Channel. So sind wir auch zur Refinanzierung in die Vermarktung gegangen", sagt Arno Schneppenheim, Geschäftsführer Banijay Productions gegenüber DWDL.de. Die Produktionsfirma trug das Produktionsrisiko also zunächst alleine, auch deshalb die prominente Einbindung verschiedener Marken. "Prime Video ist ins Spiel gekommen, als das komplette Projekt schon produziert und die Creator wieder von ihrer Reise zurück waren", sagt Schneppenheim. Prime Video macht auch deshalb Sinn, weil dort zuletzt etwa auch schon "7 vs. Wild" gelaufen ist. 

Folgen erst bei Prime Video, dann auf YouTube

Arno Schneppenheim © Banijay Arno Schneppenheim
Doch worin unterscheidet sich nun möglicherweise die Produktion eines Branded-Entertainment-Formats im Vergleich zu einer klassischen Show für einen TV-Sender und/oder Streamer? Arno Schneppenheim verweist auf die teilnehmenden Content Creatorn: "Handwerklich sind die Creator hervorragend darin ausgebildet, sich selbst zu filmen und lassen somit den Zuschauer näher ran." Und Christian Nienaber sagt, die crossmediale Reichweitenerfassung sei bei einem solchen Format nochmal wichtiger. "Der Werbepartner und die Agentur sind ja im Format integriert und daher sehr interessiert, wie viele Kontakte über die einzelnen Angebote hinweg erreicht werden konnten." Zum Erfolg gehöre also auch eine zu Beginn konzeptionierte und das Format begleitende Distributionsstrategie.

Die sieht bei "Mission Unknown: Atlantik" in groben Zügen so aus: Ab dem 28. Februar werden die insgesamt zehn Folgen nach und nach bei Prime Video zum Abruf bereitgestellt, jeweils zwei Wochen später erfolgt eine Veröffentlichung auf YouTube. Die Content Creatorn bringen, wie üblich bei diesen Formaten, eine möglichst große und diverse Fanbase mit, die dann fast schon automatisch auf die Show aufmerksam wird. Während die ersten Folgen mit rund einer halben Stunde recht knackig daherkommen, gibt es später auch Ausgaben, die fast eine Stunde lang sind. Und auch wenn es in den ersten beiden Folgen Schlag auf Schlag geht, gibt es eine gute Nachricht: Als Zuschauerin oder Zuschauer muss man keine Angst haben, seekrank zu werden. 

Die ersten beiden Folgen von "Mission Unknown: Atlantik" stehen ab sofort bei Prime Video zum Abruf bereit. Wöchentlich folgen zwei weitere Ausgaben.