Quelle der Daten für diesen Artikel: all eyes on screens

Der Primetime-Verlauf: Sinkendes Interesse

Das Erste hat am Dienstagabend die ersten beiden Folgen der neuen Serie "Haus aus Glas" gezeigt. Die klassischen TV-Quoten fielen gut aus (DWDL.de berichtete). Ein Blick auf die Verlaufskurve von All Eyes on Screens zeigt nun: Die Serie hat über die Sendedauer hinweg auf hohem Niveau nach und nach Publikum verloren. Noch deutlicher war das bei RTL zu beobachten: Der "Dünentod"-Krimi wurde immer wieder von Werbung unterbrochen - das führte dazu, dass viele Zuschauerinnen und Zuschauer umschalteten und später nicht wieder zurückkamen. 

 

230109primetime © All Eyes On Screen

Der Vorabend-Verlauf: Später Aufwind für ProSieben und Sat.1

Sowohl ProSieben als auch Sat.1 haben gegen 19 Uhr einen spürbaren Aufschwung erlebt. Bei ProSieben sorgte "Galileo" traditionell für einen starken Einschaltimpuls, bei Sat.1 war es die vorletzte Folge der "Landarztpraxis", die einige zusätzliche Zuschauerinnen und Zuschauer ansprach und zum Sender lockte. Im Falle der Serie ist davon auszugehen, dass die Fans nun wissen wollen, wie die Handlung in Staffel eins zu Ende geht. Am Mittwoch ist das Finale zu sehen. 

230109vorabend © All Eyes On Screen

Wichtig bei allen All Eyes on Screens-Kurven: Sie sind, anders als die AGF-Zahlen, nicht bevölkerungsrepräsentativ. Sie werden also nicht anhand eines Panels gewichtet und hochgerechnet, sondern geben die tatsächlich gemessenen Gerätedaten aus rund einer Million von insgesamt 13 Millionen Vodafone-Haushalten wieder. Mehr Hintergrund zu diesen Daten gibt es hier. Aussagekräftig sind somit weniger die Höhe der Reichweitenkurven zueinander als die Entwicklung innerhalb eines Senders und die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten.

Daily Reach der TV-Vermarkter

Der Daily Reach gibt an, welchen Prozentsatz der gemessenen Vodafone-TV-Haushalte die Werbeblöcke und Sponsoring-Positionen eines Vermarkters erreicht haben - also eine Tages-Nettoreichweite.

230109sales © All Eyes On Screen

Werbe-Ranking: Niedrigere Reichweiten

Am Dienstag kam kein werbungtreibendes Unternehmen auf eine Bruttoreichweite von mehr als 100 XRP. Am besten schlug sich noch die Ferrero-Marke Kinder mit rund 93 XRP, dahinter platzierte sich Niveau mit 92 XRP. Die beiden Marken benötigten dafür aber auch nur recht wenige Spots, 86 und 97 Werbeschaltungen buchte man bei den Sendern. Mit 83 XRP auf Platz drei: Emma Matratzen. Das schaffte man allerdings nur mit 273 Spots. 

230109xrp © All Eyes On Screen

All Eyes on Screens stellt für das Ranking eine Liste aller gestern im deutschen TV ausgestrahlten Werbespots zusammen und ermittelt für diese die in Summe erzielte Reichweite aller Spots einer Marke in den gemessenen Vodafone-Haushalten. Da hier die sekundengenaue Reichweite statt der bislang branchenüblichen Werbeinselreichweite als Grundlage dient, spricht All Eyes on Screens von XRP (Exact Rating Points). Da es sich um Brutto-Reichweiten handelt, werden dafür die Einzel-Reichweite jeder Ausstrahlung aufaddiert. Zur Veranschaulichung: Läuft ein Spot zehn Mal und erreicht dabei jeweils fünf Prozent der gemessenen Vodafone-Haushalte, ergibt das für den gesamten Tag 50 XRP - auch wenn es immer die gleichen fünf Prozent gewesen wären.