Die Konsolidierung am Markt der Produktionsfirmen geht weiter, jetzt trifft es mit Burda Studios ein Unternehmen mit langer Vergangenheit. Das Unternehmen wird dicht gemacht, das hat der Medienkonzern auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de bestätigt. Als Grund für das Aus nennt Burda "anhaltende Rückgänge im Bereich des linearen TV-Geschäfts und fehlende wirtschaftliche Perspektiven bei der Produktion von Inhalten für digitale Plattformen".
Von dem Aus des Unternehmens sind 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, für die Burda nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat "Regelungen" getroffen hat. Wie diese konkret aussehen, ist jedoch unklar. Die Entscheidung kommt nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von Jan Wachtel. Der ehemalige RTL- und Bauer-Manager führt seit Jahresbeginn als CEO den Bereich Burda Media, zu dem eben auch Burda Studios gehört.
Die Produktionsfirma von Burda hatte in den zurückliegenden Jahren einige Rückschläge hinnehmen müssen. Vor allem Ende 2024, damals endete nach fast 30 Jahren die Zusammenarbeit mit Kabel Eins beim "K1 Magazin". Der Sender stellte das Format ein. 2025 versuchte Burda Studios dann noch einmal mit einem verkleinerten Team das Geschäft zu stabilisieren und auch mehr Aufträge von solchen Unternehmen zu ergattern, die nicht hauptsächlich klassische TV-Sender betreiben.
"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich seit dieser Zeit weiter verschlechtert", heißt es jetzt jedoch von Burda gegenüber DWDL.de. "Aus diesem Grund konnten die großen Anstrengungen des Teams zur Akquise von neuen Aufträgen leider nicht die erhoffte Wirkung erzielen. Zur Schließung gibt es nun keine sinnvolle unternehmerische Alternative mehr." Als Geschäftsführer von Burda Studios fungierte zuletzt Matthias Lange.
Burda Studios gehörte zuletzt unter anderen zu den Produktionsfirmen, die das RTLzwei-Autoformat "Grip" produzierten, erst Ende des vergangenen Jahres ist eine Sonderausgabe zum 50. Geburtstag von Moderator Matthias Malmedie zu sehen gewesen. Wie RTLzwei gegenüber DWDL.de bestätigt, wird Burda auch weiterhin für das Magazin produzieren - dann aber nicht mehr mit einer eigenständigen Produktionsfirma. Durchschlagende Erfolge blieben für Burda Studios zuletzt aus, die Comedy-Panel-Show "Faking Bad" mit Oliver Kalkofe kam 2024 nicht über eine Staffel hinaus. Auch das DMAX-Format "Facing the Unknown" stammt von Burda Studios.
Die Historie von Burda Studios reicht bis ins Jahr 1995 zurück, damals wurde das Unternehmen als Focus TV Produktions GmbH gegründet. Über Jahre hinweg hat das Unternehmen "Focus TV" für ProSieben und diverse weitere Reportagen für verschiedene Sender unter dem Label "Focus TV" produziert. 2012 erfolgte die Eingliederung in die damalige Burda Intermedia Publishing, 2015 kam es dann zur Umbenennung in Burda Studios.
Wie "Tichys Einblick" berichtet, soll bei Burda über die Schließung der Burda Studios hinaus obendrein noch ein Abbau von 300 weiteren Stellen bevorstehen. Betroffen seien demnach "fast alle Print-Redaktionen und Mitarbeitergruppen".
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