Die direkte Art des neuen Vorstandsvorsitzenden Marco Giordani komme seiner norddeutschen Mentalität sehr entgegen, sagt Henrik Pabst, Morgenmensch und Fan von Sprachnachrichten. Hauptberuflich ist er Chief Content Officer der ProSiebenSat.1 Media SE, wo er unter MFE eher Evolution als Revolution verspürt. Pabst ist erster Gast im neuen Audio-Podcast "visionär on air".

In seinem Kleiderschrank hängen zwar 25 dunkelblaue Pullover, keiner davon trägt jedoch das Joyn-Logo. Er trage den Streamer im Herzen, nicht auf der Brust. Ein kleiner Gruß an den ehemaligen Vorstandskollegen Markus Breitenecker. Doch Henrik Pabst schaut lieber nach vorne als zurück - auf Herausforderungen, Marktperspektiven und die nötige Anpassung von Strategien.

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Der Markt entwickle sich oft schneller, als Organisationen sich anpassen können. Tempo sei daher gefragt. Pabst erwartet für 2026 ein sehr kostenbewusstes Jahr, in dem die effiziente Distribution von Inhalten entscheidend sein werde. Kostenbewusst, weil großer Teil der Werbeerlöse an globalen Tech-Konzerne und damit aus der deutschen Wertschöpfungskette gehe.

„Es ist eine Schieflage in der Welt, wenn wir noch reguliert werden mit 30, 40 Jahre alten Gesetzen (…) und parallel reguliert man aber Big Tech noch nicht“, so Pabst im Podcast und nimmt Bezug auf Bezug auf die Themen Jugendschutz, Hetze, Algorithmen und Diskriminierung. Er ist nicht der erste, der hier faire Spielregeln anmahnt, um lokale Medienhäuser zu stärken, die Arbeitsplätze sichern und Steuern zahlen.

Bei dieser Forderung sieht er eine gemeinsame Position mit den Öffentlich-Rechtlichen. Doch das Dilemma: Gleichzeitig rechtfertigt Pabst die Nutzung eben dieser Plattformen durch ProSiebenSat.1, um gewisse Zielgruppen zu erreichen, gerade auch in Zeiten in denen Marketing ein Schlüsselfaktor sei. Allerdings: „Schlechter Content wird auch mit gutem Marketing nicht geschaut“. 

Henrik Pabst fordert außerdem schnellstmöglich eine konvergente Reichweite als Standard der Branche, spricht über den immer komplexeren Wettbewerb („Wir kooperieren, wir konkurrieren - und kuscheln. Aber nicht ohne Bedingugen“) und wie auch Privatfernsehen Public Value darstellt. Und dann ist da noch die Sache mit dem Mut.

"visionär on air": Ab sofort alle 14 Tage beim Medienmagazin DWDL.de und überall dort, wo es Podcasts gibt. Nächster Gast ist Anke Greifeneder, Vice President Local Original Production GSA & France, bei HBO Max.