Der Winter wird reichweitentechnisch hart – und jetzt noch härter. Nachdem Springer bisher einen weiten Bogen um die chinesische Plattform machte, hat sich diese Meinung im vergangenen Monat geändert: “Bild” startete Mitte Oktober die eigene Markenpräsenz mit einem Nachrichten-Profil. Bis zum Monatsende verzeichnet das Konto nun schon mehr als 20.000 Follower.

Auch die ersten Millionenvideos konnte der Springer-Konzern in dieser kurzen Zeit verbuchen. Eine konkrete thematische Ausrichtung bleibt noch abzuwarten, der Fokus liegt offenbar auf dem Nachrichtengeschehen rund um Blaulicht-Meldungen, politischer Berichterstattung sowie Reality-Unterhaltung. Auf TikTok gingen Videos zu Autounfällen mit 1,5 Millionen Aufrufen oder Sequenzen von Protesten mit 1,2 Millionen Klicks viral.

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Für eine Platzierung in den News-Charts hat es damit nicht gereicht. Dennoch deutet der fulminante Start des Kanals auf eine potentielle Platzierung in den nächsten Monaten hin. Im Kontrast dazu hat sich eine Medienmarke heimlich von der Plattform verabschiedet: der Kanal von “TV Movie Online” ist nicht mehr zu erreichen und wurde deaktiviert oder gelöscht. Hinter der Marke steht die Bauer Media Group. Wer weiterhin um die Auszeichnung als “reichweitenstärkster News-Kanal des Monats auf TikTok” kämpft:

Zusätzlich zu den bisherigen Plattformbewegungen  ist der Oktober erfahrungsgemäß von “Ragebait”-Inhalten geprägt. Die Verkündung des Jugendworts hat nahezu eine traditionelle Historie auf der Kurzvideo-App. Aber: es gibt auch immer Platz für Neues. Denn zwei Publisher sind in dieser Auswertung zum ersten Mal Teil der Charts.  Wer mit journalistischen Inhalten viral ging:

Mit diesen Themen waren Publisher im Oktober auf TikTok erfolgreich

Publisher Ranking Oktober 2025 © DWDL

10. Platz: DW News

In den vergangenen Monaten führte die Deutsche Welle mehrmals die Charts an, in diesem Monat muss sie sich mit dem (trotzdem sehenswerten) zehnten Platz zufrieden geben. Drei Millionen Aufrufe gab es für russische Angriffe während eines deutschen Staatsbesuchs, 2,6 Millionen Klicks für den Gerichtsprozess von Christa Pike sowie 1,6 Millionen Views für den Angriff auf einen Flughafen in Saudi Arabien.

9. Platz: Weltspiegel

Überraschung! Zum ersten Mal darf sich das ARD-Angebot über eine Platzierung im TikTok-Ranking freuen. Die Aufnahmen des Weltspiegels bei den Plünderungen in Paris holten beachtliche 3,1 Millionen Aufrufe. Die Szenen zeigen, wie sich ein Shop-Inhaber gegen Randalierende wehrt.

8. Platz: Gala

Noch ein grund zur Freude, denn der Oktober bringt direkt noch einen Neueinstieg: die Funke Mediengruppe schaffte mit ihrer Digitalmarke den Sprung auf den achten Ranking-Platz. Heidi Klums Halloween-Party fungierte mit 3,1 Millionen Klicks als Sprungbrett, ein weiteres Video erreichte 1,7 Millionen Fans. Auch die Outfits beim Ballon d’Or stießen mit 2,6 Millionen Sichtungen auf Interesse.

7. Platz: Zeit

Das Holtzbrinck-Medium kämpfte sich mit 3,2 Millionen Klicks auf den siebten Platz der Auswertung. Dafür veröffentlichte der Kanal die Aufnahmen des Luftangriffs in Kyjiw während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz. Ein weiterer Beitrag über den Livestream einer Hinrichtung in den USA lockte ein Publikum von 1,4 Millionen User. 

6. Platz: ntv

Die RTL-Marke zeigte im Oktober, wie der Bürgermeister von Saint-Denis sich schützend vor die protestierende Menge stellte und registrierte damit 3,2 Millionen Klicks. Ebenfalls reichweitenstark: der Tod eines Zoo-Besuchers in England verursachte 2,4 Millionen Aufrufe, die Berichterstattung über die Hinrichtung von Nidal Hasan erreichte 1,5 Millionen Konten. 

5. Platz: ZDFheute

“Ich bin nicht Susanne Daubner”, stellte der Nachrichten-Account des Zweiten Deutschen Fernsehens richtig fest, dennoch schauten über 4,2 Millionen Menschen bei der Erklärung des Worts “daubnern” zu. Dass eine Frau im amerikanischen Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden soll, interessierte weiterhin 1,4 Millionen Konten.

4. Platz: RTL Aktuell

Der Nachrichtenkanal von RTL Deutschland trumpfte im vergangenen Monat mit einem Blaulicht-Ensemble auf. Die Brandstiftung im Rahmen von Hitlers Teehaus führte zu 2,7 Millionen Aufrufen, die Randale und Proteste in Paris holten 3,7 Millionen Klicks und ein Moped-Unfall in Brandenburg wurde an 4,4 Millionen User ausgespielt.

3. Platz: WDR

Nachdem die Lokalzeit den Einzug in die Charts im Mai knapp verpasste, erzielte das veränderte Digitalangebot des Westdeutschen Rundfunks nun den ersten Coup. 4,5 Millionen Aufrufe für die Reportage über Objektophilie verhalfen zum dritten Platz des Rankings. Die Berichterstattung über einen übergriffigen Roboter kanalisierte weitere 1,3 Millionen Klicks.

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2. Platz: RTL West

Ein sexualisierter Betrugsversuch katapultiert den Regionalkanal von RTL Deutschland auf das silberne Treppchen. Das Video zog mehr als 6,2 Millionen Konten an. Dazu viral: das sogenannte “Schlumpfspray” setzte 2,4 Millionen Klicks um, der übergriffige Roboter konnte auch hier mit 1,5 Millionen Aufrufen punkten.

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1. Platz: Tagesschau

Der Oktober steht traditionell im Namen des Jugendworts. Auch in diesem Jahr gelingt der ARD damit der Reichweitenhit: 9,4 Millionen Aufrufe verursachte die Verkündung der Wahl. Dazu hat sich die Redaktion nicht lumpen lassen: ein zweites Video, das auf die finale Auswertung hinweist, konnte durch die thematische Ausrichtung und aufgrund des humorvollen Gestaltung weitere 4,9 Millionen Klicks verbuchen. Davon können sich andere Medienmarken ein Stück abschneiden. Der gesellschaftliche Auftrag wird weiterhin ernst genommen: das öffentlich-rechtliche Angebot warnte zudem zwei Millionen TikTokerinnen und TikToker vor gefährlichen Squishies.

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Stand der letzten Abrufe: Sonntag, 1. November 2026, 12 Uhr.

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So funktioniert die Auswertung:
Jeden Monat kämpfen die journalistischen Accounts auf TikTok um eine Platzierung in den Publisher-Charts von DWDL. Die Regeln: Wer den reichweitenstärksten Beitrag (pro Account) vorweisen kann, verdient sich eine ehrenwerte Nennung im Ranking. Bei Gleichstand entscheidet die bessere Interaktionsrate. 

Die Rangliste ist hart umkämpft: Mittlerweile finden mehr als 170 Medienmarken auf der Kurzvideoplattform statt. Über die Jahre hat sich mit der wachsenden Nutzung auf Seiten der journalistischen Konten und des Publikums die Flughöhe der Inhalte deutlich skaliert. Beiträge lösen regelmäßig zweistellige Millionenreichweiten aus. Zur Liste mit allen beobachteten Accounts geht es hier:

Anmerkungen zu fehlenden Reichweiten oder Vorschläge zu Accountlistungen jederzeit gerne an pycha@dwdl.de senden!